Termine

01.11.2019 | 19:00 Uhr 
Musikalische Exequien von Heinrich Schütz
Stadtkirche Rotenburg/Wümme 

02.11.2019 | 19:00 Uhr
Musikalische Exequien von Heinrich Schütz
St. Martin, Bad Lippspringe 

09.11.2019 | 17:00 Uhr 
Musikalische Exequien von Heinrich Schütz
St. Johannis, Billerbeck 

10.11.2019 | 17:30 Uhr 
Musikalische Exequien von Heinrich Schütz
Stadtkirche Tecklenburg 
Soprani_2018
Sopran

Kristin Schulz
Rebecca Blanz
Lea Maria Koch
Theresa Baltes

Anaya Hubach

 

Alti_2018
Alt

Jessica Meffert
Sophia Holdt
Tabea Mahler
Julia Maria Spies
Theresia Plünnecke

Tenoere_2018
Tenor

Simon Herten
Johannes Wallbrecher
Stefan Ehring
Joachim Stahr
Jonathan Dräger
Robin Berthold
Marc-Eric Schmidt
Fabian Krämer

Baesse_2018
Bass

Laurin Siebert
Benjamin Reichert
Simon Waloschek
Christoph Stutzinger
Alexander Hainz

Rafael Bruck
Yannick Debus
Cedric Trappmann

Außerdem hatte Seicento vocale die Freude, mit folgenden Sängern zu musizieren

...und mit folgenden Instrumentalisten

Inga Balzer
Christian Bettels
Benedikt Brenk
Florian Feth
Katharina Göhr
Ursula Göller
Peter Gortner
Clara Hock
Janina Hollich
Konstantin Ingenpaß
Mathis Koch
Lea Martensmeier
Jenni Reineke
Cornelia Samuelis
Maria Sattler
Frederik Schauhoff
Thomas Stenzel
Fabian Strotmann
Carine Tinney
Johannes Wedeking
Mark Williams

Laura Natalia Arroyo, Violine
Martina Binnig, Violone
Maxim Bosch, Bassposaune
Simon Brüggeshemke, Orgel
Jan Croonenbroeck, Klavier
Jutta Dedy, Zink
Hans Fröhlich, Blockflöte
Jenny Heilig, Zink
Christoph Hamborg, Tenorposaune
Karolina Juodelyte, Orgel
Lukas Oppermann, Laute
Inés Pina, Blockflöte
Frederik Punsmann, Cembalo
Manoel Reinecke, Violine
Johannes Tebbe, Barockcello
Alexander Toepper, Cembalo
Cedric Trappmann, Orgel
Cornelia Weiß, Klavier
Regina Werbick, Orgel

Programme

2019 | Musikalische Exequien

Inmitten des Dreißigjährigen Krieges auf eine Sammlung von Bibelversen komponiert, vereinen die Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz (1585–1672) eine klangvolle Chor- und Solistenbesetzung mit der klaren und einprägsamen Diktion der Textausdeutung der deutschen Motettentradition des Frühbarock und sind so auf ihre Weise komplex und schlicht zugleich. An die Seite der Exequien tritt eine Auswahl von fünf bis sechs Motetten aus der Sammlung Israelsbrünnlein von Johann Hermann Schein (1586–1630) für fünf Singstimmen und Continuo. Scheins vom italienischen Madrigal inspirierte Art der Vertonung lässt dabei deutlich die thematischen Gedankengegensätze hervortreten und stellt so die Verheißung von Erlösung und Vertrauenschöpfen nach einer Zeit tiefer Trauer in Aussicht.

Repertoire:

  1. Schütz (1585–1672) - Musikalische Exequien
  2. H. Schein (1586–1630) - Israelsbrünnlein (Auswahl)
2019 | Marienvesper
Im Frühjahr 2019 widmete sich Seicento vocale der „Vespro della Beata Vergine“, der Marienvesper von Claudio Monteverdi (1567–1643). Im Jahr 1610 als eine Art ,Bewerbungsportfolio‘ entstanden, überzeugt das Werk vor allem durch die Fülle der Farben, die musikalische Komplexität und die abwechslungsreiche Besetzung. Es ist zwar kaum denkbar, die Vesper in einen liturgischen Kontext zu stellen, als abendfüllendes Werk stellt die Sammlung aber einen der Höhepunkte frühbarocker Musiktradition dar. Seicento vocale nahm sich des Werkes in fast solistischer Besetzung an und wurde dabei erstmals von zahlreichen Instrumentalisten sowie dem Ensemble „The Orpheus Consort“ aus Düsseldorf unterstützt.
2018 | Friedensrufe - Von der Vergänglichkeit des Irdischen
Nachdem wir die letzten Projekten der protestantischen sowie katholischen Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts gewidmet haben, folgen wir nun den Spuren, die dieses Jahrhundert in der Musik späterer Epochen
hinterlassen hat. Die Faszination der Romantik für die Vergangenheit und die außerordentliche Qualität barocker Lyrik haben zu inhalts- und ausdrucksstarken Kompositionen geführt.

Unser Programm »Friedensrufe: Von der Vergänglichkeit des Irdischen« schlägt durch textliche und inhaltliche Bezüge einen Bogen zurück von den verheerenden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts zum Dreißigjährigen Krieg, der prägendsten Katastrophe des 17. Jahrhunderts in Europa.

Im Zentrum des ersten Teils steht das 1944 im KZ Theresienstadt von Victor Ullmann komponierte Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke. Die Handlung des Textes spielt im
Ungarnkrieg 1663 und dieser war in beiden Weltkriegen weit verbreitete Soldatenlektüre. Zwischen einzelne Sätze treten romantische Chorlieder von Robert Schumann und Johannes Brahms: u.a. Schnitter Tod, Altdeutsches Kampflied und In stiller Nacht.

m zweiten Teil erklingt Ernst Kreneks 1932 geschriebene Kantate von der Vergänglichkeit des Irdischen für Sopran-Solo, Chor und Klavier. Gemeinsam mit Max Regers Requiem »Seele, vergiss sie nicht« für Alt- Solo, Chor und Klavier zeigt sie die beiden wichtigen Eckpunkte von Mahnen und Gedenken im Jahr 2018: dem Beginn des  Dreißigjährigen Krieges 1618 und das Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Während Krenek ausschließlich barocke Lyrik verwendet und so im Gewand der Moderne neue Bedeutungseben erschließt, offenbart sich in Regers Hebbel-Text eine ungeahnte Kraft und eine neuzeitliche Vision des Lebens nach dem Tode: Erst Vergessen reißt die Toten hinfort. Reger selbst widmete sein Werk 1915 den Gefallenen des Weltkriegs.

Plakat Friedensrufe 2018
2017 | Giacomo Carissimi - Fiat iustitia
Giacomo Carissimi (1605–1674) gehörte als Komponist und Pädagoge zu den zentralen Gestalten des katholischen Musiklebens seiner Zeit.
Das Programm „Fiat Iustitia“ stellt Carissimis Motette Beatus vir und sein Oratorium Jephte der ihm zugeschriebenen zwölfstimmigen Missa »L’homme armé« gegenüber. Die drei verschiedenen kirchenmusikalischen Gattungen beleuchten dabei ihren jeweiligen Blickwinkel auf das Thema der Loyalität. Verbindendes Element ist die Figur des gottesfürchtigen Mannes, im ersten Stück gepriesen für seine Standhaftigkeit, im zweiten betrauert für das Opfern seiner eigenen Tochter nach unbedachtem Schwur. Steht das Oratorium bei Carissimi am Beginn seiner Entwicklung als geistliches Pendent zur Oper, bildet die Missa »L’homme armé« den Abschluss einer Traditionslinie von Messvertonungen über das seinerzeit bekannte Renaissancelied des zu den Waffen gerufenen Kreuzfahrers.

Plakat Fiat iustitia 2017
2016 | Johann Hermann Schein – Israelsbrünnlein

Seine Sammlung „Fontana d'Israel. Israelis Brünnlein“ (1623) enthält 26 fünfstimmige Motetten nach Texten der hebräischen Bibel. Der Komponist bezeichnet sie als „geistliche Madrigale italienischer Manier“: Dies stellt eine der interessantesten Mischformen geistlicher und weltlicher Musik des frühen 17. Jahrhunderts dar.

Die einzelnen Stücke sind geprägt von bildhafter Textausdeutung nach italienischem Madrigal-Vorbild und tiefer, spiritueller Prägung deutscher protestantischer Motettenkunst: Bildlichen Figuren, raschen Wechseln von imitierendem und homophonem Satz, von ruhiger und rascher Rhythmik steht eine Motettentradition gegenüber, die eine übergroße Virtuosität und damit eine Vereinzelung der Stimmen verhindert, formale Strukturen schafft und somit die Werke im protestantischen Gottesdienst verwurzelt.

Plakat Schein Israelsbrünnlein

2016 | Salamone Rossi – Ha-Shirim Asher li-Shelomoh
Salamone Rossi (um 1570–1630), der in Mantua und Venedig lebte, ist der erste jüdische Komponist von dem es gedruckte Noten gibt. Er gehört ins Umfeld von Claudio Monteverdi. Seine Kompositionen im Madrigalstil zur jüdischen Liturgie erregten das große Aufsehen seiner jüdischen Zeitgenossen. Sie sind ein sehr frühes Zeugnis der Akkulturation der italienischen Juden an die Mehrheitsgesellschaft.

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