Termine

27.04.2019 | 19 Uhr
Marienvesper (Monteverdi)
St. Ägidii Münster

28.04.2019 | 16 Uhr
Marienvesper (Monteverdi)
St. Dionys Rheine

11.05.2019 | 19 Uhr
Marienvesper (Monteverdi)
Kloster Marienfeld bei Harsewinkel

12.05.2019 | 16 Uhr
Marienvesper (Monteverdi)
St. Laurentius Warendorf



Für das Jahr 2019 sind zwei Projekte von Seicento Vocale in Planung (Frühjahr & Herbst). Weitere Daten werden zeitnah bekannt gegeben.
Soprani_2018
Sopran

Kristin Schulz
Rebecca Blanz
Lea Maria Koch
Theresa Baltes

Anaya Hubach

 

Alti_2018
Alt

Jessica Meffert
Sophia Holdt
Tabea Mahler
Julia Maria Spies
Theresia Plünnecke

Tenoere_2018
Tenor

Simon Herten
Johannes Wallbrecher
Stefan Ehring
Joachim Stahr
Jonathan Dräger
Robin Berthold
Marc-Eric Schmidt
Fabian Krämer

Baesse_2018
Bass

Laurin Siebert
Benjamin Reichert
Simon Waloschek
Christoph Stutzinger
Alexander Hainz

Rafael Bruck
Yannick Debus
Cedric Trappmann

Außerdem hatte Seicento vocale die Freude, mit folgenden Sängern zu musizieren

...und mit folgenden Instrumentalisten

Inga Balzer
Christian Bettels
Florian Feth
Katharina Göhr
Ursula Göller
Peter Gortner
Clara Hock
Janina Hollich
Konstantin Ingenpaß
Mathis Koch
Jenni Reineke
Cornelia Samuelis
Maria Sattler
Frederik Schauhoff
Carine Tinney
Mark Williams

Martina Binnig, Violone
Simon Brüggeshemke, Orgel
Jan Croonenbroeck, Klavier
Karolina Juodelyte, Orgel
Lukas Oppermann, Laute
Johannes Tebbe, Barockcello
Alexander Toepper, Cembalo
Cedric Trappmann, Orgel
Cornelia Weiß, Klavier
Regina Werbick, Orgel

Programme

2018 | Friedensrufe - Von der Vergänglichkeit des Irdischen
Nachdem wir die letzten Projekten der protestantischen sowie katholischen Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts gewidmet haben, folgen wir nun den Spuren, die dieses Jahrhundert in der Musik späterer Epochen
hinterlassen hat. Die Faszination der Romantik für die Vergangenheit und die außerordentliche Qualität barocker Lyrik haben zu inhalts- und ausdrucksstarken Kompositionen geführt.

Unser Programm »Friedensrufe: Von der Vergänglichkeit des Irdischen« schlägt durch textliche und inhaltliche Bezüge einen Bogen zurück von den verheerenden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts zum Dreißigjährigen Krieg, der prägendsten Katastrophe des 17. Jahrhunderts in Europa.

Im Zentrum des ersten Teils steht das 1944 im KZ Theresienstadt von Victor Ullmann komponierte Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke. Die Handlung des Textes spielt im
Ungarnkrieg 1663 und dieser war in beiden Weltkriegen weit verbreitete Soldatenlektüre. Zwischen einzelne Sätze treten romantische Chorlieder von Robert Schumann und Johannes Brahms: u.a. Schnitter Tod, Altdeutsches Kampflied und In stiller Nacht.

m zweiten Teil erklingt Ernst Kreneks 1932 geschriebene Kantate von der Vergänglichkeit des Irdischen für Sopran-Solo, Chor und Klavier. Gemeinsam mit Max Regers Requiem »Seele, vergiss sie nicht« für Alt- Solo, Chor und Klavier zeigt sie die beiden wichtigen Eckpunkte von Mahnen und Gedenken im Jahr 2018: dem Beginn des  Dreißigjährigen Krieges 1618 und das Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Während Krenek ausschließlich barocke Lyrik verwendet und so im Gewand der Moderne neue Bedeutungseben erschließt, offenbart sich in Regers Hebbel-Text eine ungeahnte Kraft und eine neuzeitliche Vision des Lebens nach dem Tode: Erst Vergessen reißt die Toten hinfort. Reger selbst widmete sein Werk 1915 den Gefallenen des Weltkriegs.

Plakat Friedensrufe 2018
2017 | Giacomo Carissimi - Fiat iustitia
Giacomo Carissimi (1605–1674) gehörte als Komponist und Pädagoge zu den zentralen Gestalten des katholischen Musiklebens seiner Zeit.
Das Programm „Fiat Iustitia“ stellt Carissimis Motette Beatus vir und sein Oratorium Jephte der ihm zugeschriebenen zwölfstimmigen Missa »L’homme armé« gegenüber. Die drei verschiedenen kirchenmusikalischen Gattungen beleuchten dabei ihren jeweiligen Blickwinkel auf das Thema der Loyalität. Verbindendes Element ist die Figur des gottesfürchtigen Mannes, im ersten Stück gepriesen für seine Standhaftigkeit, im zweiten betrauert für das Opfern seiner eigenen Tochter nach unbedachtem Schwur. Steht das Oratorium bei Carissimi am Beginn seiner Entwicklung als geistliches Pendent zur Oper, bildet die Missa »L’homme armé« den Abschluss einer Traditionslinie von Messvertonungen über das seinerzeit bekannte Renaissancelied des zu den Waffen gerufenen Kreuzfahrers.

Plakat Fiat iustitia 2017
2016 | Johann Hermann Schein – Israelsbrünnlein

Seine Sammlung „Fontana d'Israel. Israelis Brünnlein“ (1623) enthält 26 fünfstimmige Motetten nach Texten der hebräischen Bibel. Der Komponist bezeichnet sie als „geistliche Madrigale italienischer Manier“: Dies stellt eine der interessantesten Mischformen geistlicher und weltlicher Musik des frühen 17. Jahrhunderts dar.

Die einzelnen Stücke sind geprägt von bildhafter Textausdeutung nach italienischem Madrigal-Vorbild und tiefer, spiritueller Prägung deutscher protestantischer Motettenkunst: Bildlichen Figuren, raschen Wechseln von imitierendem und homophonem Satz, von ruhiger und rascher Rhythmik steht eine Motettentradition gegenüber, die eine übergroße Virtuosität und damit eine Vereinzelung der Stimmen verhindert, formale Strukturen schafft und somit die Werke im protestantischen Gottesdienst verwurzelt.

Plakat Schein Israelsbrünnlein

2016 | Salamone Rossi – Ha-Shirim Asher li-Shelomoh
Salamone Rossi (um 1570–1630), der in Mantua und Venedig lebte, ist der erste jüdische Komponist von dem es gedruckte Noten gibt. Er gehört ins Umfeld von Claudio Monteverdi. Seine Kompositionen im Madrigalstil zur jüdischen Liturgie erregten das große Aufsehen seiner jüdischen Zeitgenossen. Sie sind ein sehr frühes Zeugnis der Akkulturation der italienischen Juden an die Mehrheitsgesellschaft.

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